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    Allenstein, 28. 5. 17. Lieber Herr Professor, Der Grund Ihres langen Schweigens lag also in den Postverhältnissen. Ihr Brief vom 20. traf gestern hier ein. Ich war froh, aus ihm zu ersehen, daß Sie und alle Ihrigen wohl sind und wün- sche Ihnen in diesem Augenblick ganz besonders weitere gute Nachrichten von Ihrem Isonzo-Kämpfer. Für alle Nachrichten danke ich Ihnen herzlich. Sehr bedauerlich ist mir die eine: daß auch jetzt noch keine Aussicht auf ein Zusammentreffen besteht. Gleichzeitig mit Ihrem Brief traf die Zeitschrift ein, eine besonders reichhaltige und gute Nummer, für Kriegszeit erstaunlich gut! Zu Ihrem Artikel habe ich, außer meiner Zustimmung, nichts zu bemerken. Besonders erfreute mich Ferenczis Aufsatz. Vor mehr als einem Jahr habe ich hier über das gleiche Thema einen Vortrag gehalten, der sich bis in Einzelheiten mit diesem deckt. Da ich aber noch einiges vielleicht Wichtige hinzufügen kann, was mir neuerdings aufgegangen ist, so werde ich vielleicht nächstens einen kleinen ergänzenden Artikel schreiben. Die vielseitigen Beiträge in der letzten Nummer sprechen mir dafür, daß F.in guter Rekonvaleszenz ist. Ich schreibe ihm in diesen Tagen. In dieser Zeit der Schwierig-

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    keiten ist es ein günstiger Umstand, daß Sachs sich der Zeitschriften mit der ihm eigenen Hingabe annehmen kann. Wer weiß, was sonst aus ihnen geworden wäre. Von uns ist nicht viel Neues zu sagen. Wir werden die Sommerferien, die am 21. 7. beginnen, in Nidden auf der Kurischen Nehrung zubringen, einem uns schon bekannten kleinen Badeort, der Ostsee und sehr schönen Wald vereinigt. Vorher reise ich auf einige Tage nach Bremen, da es meiner Mutter, die demnächst 70 Jahre alt wird, nicht gut geht. Trotz Ihrer Anerkennung meiner beiden letzten Beiträge – gegen die ich selbst auch gar nichts sagen will – bin ich doch mit mir nicht zufrieden. Für drei Jahre ist es eine allzu geringe Aus- beute, zumal da das ganze bearbeitete Material schon vor dem Kriege bereit lag. Hoffen wir also weiter, daß bald die große Änderung kommt. Mit herzlichsten Grüßen von Haus zu Haus Ihr Karl Abraham