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    Allenstein, 23. 1. 16 Lieber Herr Professor, Durch eine längere Unpäßlichkeit meiner Frau – sie hatte eine schmerzhafte Entzündung der Mundschleimhaut – ist das Manuskript noch nicht fertig geworden, aber ich hoffe, es wird in dieser Woche fertig. In wenigen Tagen beziehe ich auch meine neue psychiatrische Station. Ich habe in letzter Zeit viel interessante Erfahrungen gemacht, besonders über traumatische Neurosen. Im Februar werde ich hier an einem »kriegsärztlichen Abend« über Hysterie sprechen. Daß die Tätigkeit im Verein dort zurückgeht, wundert mich nicht. Im Gegenteil bin ich erstaunt, daß sie sich so lange auf ziemlicher Höhe gehalten hat. – Sehr richtig finde ich, daß Sie einige wissenschaftliche Beiträge aus der Schweiz zurückgewiesen haben. Ich habe schon lange bedauert, daß z.B. Pfister – um den es sich wohl handelt – noch Mitarbeiter bei uns war. Er schwankt hin und her, und der

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    Wechsel seiner Stellungnahme hängt ganz von seiner persönlichen Einstellung zu Ihnen und Jung ab. Sein Brief, den Sie damals in der »Geschichte der psychoanalytischen Bewegung« zitiert haben, traf zwar sachlich das Richtige, aber er war in einer Periode des persönlichen Widerstandes gegen J. geschrieben, und mit der veränderten Einstellung war bald darauf alle schöne Einsicht wieder futsch. Es freut mich, so Gutes über Ihre Söhne zu hören. Mein Schwager, der seit Dezember in Rußland liegt, avanciert auch in erfreulicher Weise. Wie ergeht es Ihrem Hamburger Schwiegersohn im Westen? Es ist schade, daß er nicht die Röntgen-Photographie beherrscht, sonst wäre er jetzt überall vorzüglich zu gebrauchen. Ist Ihr Wiener Schwiegersohn noch dort? Sobald ich meine neue Station eingerichtet habe, hoffe ich Zeit zu einer kleinen Arbeit für Imago zu finden. Herzliche Grüße Ihnen allen, daheim und draußen! Ihr Karl Abraham Wollen Sie bitte die Einlage weiter befördern? Ich habe Reiks Adresse nicht hier! Besten Dank im voraus!