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Allenstein, 4 . 5. 17. Lieber Herr Professor, Diese Zeilen sollen Ihnen in erster Linie meine herzlichsten Geburtstagswünsche überbringen! Leider bin ich dieses Mal nicht in der Lage, Ihnen eine Gabe in Gestalt eines größeren Beitrags zu den Zeitschriften darzubringen. Die Kleinigkeit, die ich neulich sandte, ist in Ihrem Besitz; eine andrefolgt vielleicht demnächst. Zu größeren Arbeiten läßt mich der Dienst jetzt nicht kommen, der dauernd sehr anstrengend ist. Seit einiger Zeit habe ich einen Analyse-Patienten; von ihm bringe ich vielleicht bald einen Traum von der Art, von welcher Sie früher einmal um Beiträge baten. In wissenschaftlicher Hinsicht wäre noch zu berichten, daß meine psychiatrische Tätigkeit mir hervorragend schöne Beweise für die Richtigkeit Ihrer Paranoia-Lehre gebracht hat. Ein paar Fälle sind so durchsichtig, daß ich gern etwas darüber schreiben möchte; doch ist die Veröffentlichung durch dienstliche Rücksichten vorläufig noch zu sehr erschwert. Sie sehen, daß ich trotz des Krieges nicht ganz stagniere. Teil III der Vorlesungen erwarte ich mit Spannung. Sie sind also wie immer an der Arbeit und beschämen uns Jüngere alle. Die drei Kriegsjahre haben Ihrer Forschung kaum Eintrag getan, während sie für mich wenig fruchtbar
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waren. Gestern habe ich nun die 40 überschritten. Zu dem fast gleichzeitig beginnenden neuen Lebensjahr habe ich für Sie, lieber Herr Professor, und mich gar manche Wünsche. Aufzuzählen brauche ich sie wohl nicht. Ganz überraschend war mir Ihre Nachricht von Ferenczis Krankheit. Ich wußte nichts davon und bitte Sie, mir weiter über ihn zu berichten. Ebenso über die Ihrigen alle. Denen draußen wird es, in Anbetracht der Ruhe im Osten und Süden, sicherlich gut gehen, und davon ist ja das Wohlbefinden derer daheim nicht zum wenigsten abhängig. Ist die kleine Schrift von Dr. Protze eingegangen? Schreibt Rank gar nichts mehr? Von Reik hörte ich aus Montenegro. Sonst von niemand. Eitingon ist für mich seit langem verschollen. Wo steckt er? Gedenken Sie, in absehbarer Zeit nach Deutschland zu reisen? Oder ist die Hamburger Attraktion noch bei Ihnen? Es tut mir leid, von dem Aufenthalt Ihres Schwiegersohnes in Königs- berg nichts gewußt zu haben. Wir hätten so gut mit ihm zusammen sein können. Mit herzlichen Grüßen, denen meine Frau sich anschließt, für Sie und Ihr Haus Ihr Karl Abraham
Berggasse 19
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Austria
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