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    Allenstein, 24. 11. 18 Lieber Herr Professor, Ich weiß nicht, ob Sie meinen vor mehreren Wochen geschriebenen Brief erhalten haben. Ich schreibe heute wieder, um Ihnen kurz meine Zustimmung zu dem übersandten Entwurf zu erklären. Veränderungen oder Zusätze wüßte ich kaum vorzuschlagen. Ich will nur der Hoffnung Ausdruck geben, daß die Verhältnisse bald gestatten mögen, Gebrauch von der Stiftung zu machen. Wir sprechen oft von Wien und Ihnen allen, wissen gar nicht, wie es Ihnen ergeht, nicht einmal, ob Sie in Wien bleiben konnten und ob Sie nicht Not leiden. Kommt es zur Vereinigung Deutsch- Österreichs mit dem Reiche, so hoffe ich sehr auf eine in Zukunft

     

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    erleichterte Verbindung zwischen uns. Hier in Allenstein ist die Revolution rasch und unblutig verlaufen. Man hat keinen Grund, über die jetzige Ordnung zu klagen, darf im Gegenteil zufrieden sein, wenn sich alles weiter so glatt abwickelt. Nur dieses letztere ist fraglich. Fraglich ist auch alles unser persönliches Schicksal Betreffende. Noch weiß ich nicht, wann ich nach Berlin zurückkehren kann, und wenn, ob dann die Rückkehr mit der Familie wegen der Lebensmittelnot ratsam sein wird. Gern erführe ich, wie es Ihnen allen geht, ob Ihre Söhne alle gesund zurückgekehrt sind, ferner wo Sachs sich befindet und wie es ihm geht. Sind Rank und Reik wieder dort? Ich mag Sie, lieber Herr Professor, jetzt gar nicht um einen

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    ausführlichen Bericht bitten. Aber vielleicht veranlassen Sie einen der jüngeren Freunde, mir zu schreiben. Ich weiß ja nicht, wer dort ist, sonst würde ich mich an einen von ihnen direkt wenden. Mit herzlichsten Grüßen und guten Wünschen von Haus zu Haus Ihr Karl Abraham