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[Briefkopf III Berlin] 15. XII. 14 Lieber Herr Professor, Gestern bin ich nach einwöchentlichem Krankenlager zuerst wieder aufgestanden und wurde zu dieser Gelegenheit durch Ihren Brief erfreut. Mein Elend war dasselbe, das auch in Ihrem Hause herrscht. Ich habe schon von früher reichliche Influenza- Erfahrungen, aber noch nie eine derart schwere Infektion durchgemacht. Ich versuche heute wieder ein bißchen zu arbeiten, aber es will noch gar nicht recht. Ich hoffe, die Ihrigen sind wieder alle wohl, und Sie selbst haben die Darm-Attacke wieder überwunden! Ich meine auch, daß wir Heller die Herausgabe der Zeitschriften nicht zumuten können, falls er ablehnt. Er übernimmt ein erhebliches Risiko. Abgesehen davon, daß eine Anzahl Ab- nehmer (die Schweizer) wegfallen, für die es jetzt keinen Ersatz gibt, kann er nach England nicht versenden und dorther auch kein Geld bekommen. Von der Berliner Gruppe sind ziemlich viele Mitglieder abwesend; auch von ihnen wird das Geld schwer einzutreiben sein. Zwar kann man ja hoffen, daß es im Laufe der Zeit einmal Frieden gibt, aber wann? – Mangelt es uns an Beiträgen, so ist es umso
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richtiger, die Zeitschriften einstweilen ruhen zu lassen. Ich möchte folgendes vorschlagen. Man könnte den Jahresbericht 1914 für das Jahrbuch 1915 jetzt vorbereiten. Zwar fehlen einige Mitarbeiter, die letztes Jahr halfen, aber der Bericht wird doch viel weniger Arbeit machen und könnte also von etwas weniger zahlreichen Mitarbeitern geliefert werden. Dazu könnte man sammeln, was im Laufe der nächsten Monate an Originalien geschrieben wird. In dieser Zeit, wo alles durch den Krieg absorbiert wird, ist es gewiß nur der engste Kreis unsrer Mitarbeiter, freilich auch der zuverlässigste, der etwas liefert. Eine Übersicht über die Produkte dieses Kreises könnte man sich leicht verschaffen. Daraus ließe sich ein gutes Jahrbuch 1915 zusammenstellen, das dann für dieses Jahr unser einziges Organ wäre. Es könnte unter gemeinsamer Redaktion von Ferenczi, Rank, Sachs, Hitschmann, Jones und mir erscheinen (unter Ihrer Herausgeberschaft natürlich). Der Druck könnte bogenweise während des Krieges erfolgen. Haben wir den Frieden, und wendet sich das Interesse unsrer Sache wieder zu, so können wir sofort einen fertigen, und sicher stattlichen Band präsentieren. Eine solche Zusammenlegung der Zeitschriften scheint mir zweckmäßiger, als noch ein paar Monate die Zeitschriften liefern, die jetzt doch nur mäßiges Interesse finden, und dann abbrechen!
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