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    Allenstein, 31. 7. 16 Lieber Herr Professor, Es freute mich, endlich wieder von Ihnen zu hören. Da Sie nur einen meiner Briefe erwähnen, so ist ein zweiter vielleicht nicht angekommen. Also in Salzburg verbringen Sie zu vieren die Ferien. Daß ich Sie dort gern besuchen möchte, versteht sich von selbst, aber die Ausführung ist nicht so einfach. Ich denke sie mir aber folgendermaßen. Am 22./23. September ist in München der Neurologen- Kongreß mit dem Haupt-Referat über Neurosen nach Kriegsverletzungen. Ich halte es für wahrscheinlich, daß ich offiziell zum Kongreß entsandt werde. Vor- oder nachher könnten wir dann zusammensein. Es ist aber sehr fraglich, ob ich die Grenze überschreiten darf, um nach Salzburg zu kommen. Im militärischen Urlaub werde ich das voraussichtlich nicht dürfen. Dagegen steht nichts im Wege, daß ich nach Berchtesgaden fahre, das ja so nahe bei S. liegt. Dort könnte man ein Zusammentreffen einrichten! Wäre Ihnen das recht? Ich würde mich sehr freuen, auch die Ihrigen zu sehen. Meine Frau wird mich kaum begleiten, teils wegen der Kosten, teils weil sie nicht so weit von den Kindern fort gehen möchte (es sind über 24 Bahnstunden). Wir haben in Berlin kein Domizil mehr; meine Frau war kürzlich dort, hat die Wohnung geräumt und unsre

  • S.

    Sachen in Aufbewahrung gegeben. Ich hoffe sehr, Sie haben inzwischen von Ihren beiden Söhnen aus dem Felde wieder Nachricht, und gute. Sehr interessierte mich, was Sie mir über alle Bekannten berichteten. Übrigens hatte ich gerade heute von Reik eine Karte. Die Vorlesungen, für die ich Ihnen im letzten Brief dankte, habe ich mit Genuß zu Ende gelesen! Mit herzlichen Grüßen für Sie alle von meiner Frau und mir, Ihr Karl Abraham